Projekte

Die Gestaltung von Tagesabläufen und die Bewältigung der täglichen Aufgaben ist für alle Menschen nicht immer leicht umzusetzen. Gut, dass jeder flexibel reagieren und planen kann, so dass sich immer Lösungen anbieten! Leider haben Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen diese Möglichkeiten nur begrenzt und sind bei der Bewältigung der täglichen Abläufe nicht nur auf Begleitpersonen angewiesen, sondern auch auf technische und orthopädische Hilfsmittel. Die Anschaffung solcher Hilfsmittel wird in vielen Ländern durch soziale Einrichtungen finanziell unterstützt und oftmals durch Krankenkassen komplett abgedeckt, so dass viele Menschen mit Behinderungen über entsprechende Hilfsmittel verfügen. Erforderliche Begleitpersonen werden durch die Verwendung technischer Hilfsmittel entlastet und die Betroffenen können am gesellschaftlichen Zusammenleben teilhaben.

Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Partnern aus der Stadt Slavgorod in der Republik Belarus zusammen, die sich um eine Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in ihrer Stadt bemühen. Gemeinsam haben wir ein Therapiezentrum für Kinder mit Behinderungen und eine Werkstatt für Erwachsene mit Behinderungen eingerichtet. In dem Therapiezentrum werden die Kinder fachgerecht und individuell therapeutisch behandelt, um z. B. Bewegungsabläufe, Sprach- und Gehörprobleme, Wahrnemungsprobleme und vieles mehr zu verbessern. In der Werkstatt können sich Erwachsene mit Behinderungen täglich treffen, um gemeinsam den Tagesablauf zu gestalten. Diese Möglichkeiten geben den Betroffenen und den Angehörigen die Zuversicht auf eine künftige bessere Lebensqualität.

Leider sind die gesetzlichen Regelungen in der Republik Belarus so festgelegt, dass Menschen mit Abweichungen ab einem festgelegten Behinderungsgrad als Invaliden eingestuft werden. Für Kinder bedeutet das, dass sie nur unter bestimmten Voraussetzungen am Schulbetrieb teilnehmen dürfen. Erwachsene sind aus dem Arbeitsleben ausgeschlossen. Dieser Umstand wirkt sich auf die privaten wirtschaftlichen Verhältnisse aus, denn ihr Lebensunterhalt wird durch eine geringe staatliche Rente abgedeckt. Oftmals können betreuende Angehörige keiner Arbeit nachgehen und somit auch kein Geld verdienen, so dass sich die wirtschaftliche Lage in den Familien am Existenzminimum bewegt. Die Strukturen der Krankenversorgung in der Republik Belarus sichern zwar eine medizinische und therapeutische Betreuung des betroffenen Personenkreises, können aber nur bedingt dazu beitragen, dass erforderliche technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen finanziert werden. Die betroffenen Familien sind aufgrund ihrer sozialen Situation nicht in der Lage, diese Hilfsmittel selbst zu finanzieren.

Wir möchten die Menschen mit Behinderungen finanziell zur Beschaffung technischer und orthopädischer Hilfsmittel unterstützen, damit sie ihren Alltag bewältigen und am gesellschaftlichen Alltag in ihrer Stadt teilnehmen können.

 

Unser Projektpartner, das Erholungszentrum "Nadeshda" in der Nähe von Minsk, strebt eine 100%ige Energie-Selbstversorgung durch den Bau einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 600 kW an. Die Finanzierungskosten in Höhe von ca. 840.000,00 € sollen durch Spenden und Zuschüsse abgedeckt werden. Das Erholungszentrum "Nadeshda" bietet der Projektgruppe bei einer Spende von 2.100,00 € an, zwei behinderten Kindern über eine Laufzeit von sechs Jahren jährlich einen kostenlosen Erholungsaufenthalt zu ermöglichen. Weitere Beiträge in gleicher Höhe erweitern auch die Anzahl der teilnehmenden Kinder. Die Projektgruppe finanziert jährlich Erholungsaufenthalte von 16 behinderten Kindern aus Slawgorod/Weißrussland und möchte sich an dem Projekt "Solarsolidarität Nadeshda" beteiligen, um einerseits den Bau der Anlage zu unterstützen und andererseits eigene Kosten für die künftige Finanzierung von Erholungsaufenthalten einzusparen.

Wir bitten um Ihre Unterstützung!

Vom 03.04. bis 10.04.2016 besuchte eine Gruppe von Psychologinnen, Therapeutinnen und Kinderärztinnen des Erholungszentrums "Nadeshda" bei Minsk/Weißrussland auf Einladung des Vereins "Freunde von Nadeshda in Deutschland" und der Projektgruppe "Kinder von Tschernobyl e.V. Bad Schwalbach" das Therapiezentrum "balance" in Taunusstein, um sich auf künftige Erholungsaufenthalte von Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen vorzubereiten.

Die Früherkennung von Auffälligkeiten ist ein wichtiger Bestandteil zur erfolgreichen therapeutischen Behandlung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren.

Das Erholungszentrum "Nadeshda" verfügt über ein großes Außengelände mit vielfachen Freizeitmöglichkeiten. Während eines Aufenthaltes von Vorstandsmitgliedern unserer Projektgruppe im März 2015 entwickelte sich die Idee, dass ein Barfußpfad das dortige Freizeitangebot wesentlich ergänzen und zum gesundheitlichen Wohlergehen der dortigen Besucher erheblich beitragen würde. Insbesondere Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen hätten während ihres Aufenthaltes vielfache Möglichkeiten, ihre Tastsinne zu fördern, ihr Gleichgewichtsgefühl zu stärken und zu lernen, mit unterschiedlichen Materialien umzugehen.

Auch die Tschernobylkatastrophe im Jahr 1986 hat dazu beigetragen, dass Menschen in Slavgorod dauerhaft mit zum Teil schweren körperlichen und geistigen Einschränkungen leben müssen. Die tägliche Betreuung und Pflege dieses Personenkreises erfolgt durch Angehörige, die wiederum ihr eigenes Leben erheblich einschränken müssen. Die wirtschaftliche Situation dieser Familien lässt keine Optionen zur Entlastung zu, denn die Betreuung und Pflege muss auch finanziert werden und die Einkommen sind nicht gerade üppig.

Der nachfolgende Link führt Sie zu einer Familie mit einem schwerst behinderten Kind und zeigt die Probleme der Angehörigen deutlich auf:

https://www.br.de/mediathek/video/sternstunden-adventskalender-christine-eixenberger-hilfe-fuer-tschernobyl-geschaedigte-kinder-ev-av:61acab335422e300079ddd37 

 

 

Die Projektgruppe hat sich im Jahr 2012 dazu entschlossen, Erholungsmaßnahmen für Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten aus Slavgorod in dem Erholungszentrum Nadeshda bei Minsk/Weißrussland zu finanzieren, denn dafür gibt es im Land keine finanziellen Hilfen.