Name: Projektgruppe Kinder von Tschernobyl e.V.
Vereinsgründung: 28.07.1994
Geschäftsstelle: | Vereinsanschrift: |
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Heinz REIMANN Königsberger Straße 37 65307 Bad Schwalbach Telefon: 06124 8382 Mobil: 0176 40508559 Mail: |
Rüdiger MÜLLER-GERBES Martin-Luther-Straße 4 65307 Bad Schwalbach Telefon: 06124 1644 Mail: |
Spendenkonto: Wiesbadener Volksbank IBAN: DE75 5109 0000 0007 7799 09 BIC: WIBADE5W
Der aktuelle Vorstand:
Der Verein Kinder von Tschernobyl e.V. wurde 1994 gegründet, um die 1991 begonnen Erholungsmaßnahmen für Kinder aus Slavgorod/Weißrussland fortzusetzen und um weitere humanitäre Hilfe für die Menschen in der von Tschernobyl betroffenen Zone zu leisten. Der geschätzte Wert aller Leistungen im Rahmen der Vereinsarbeit beträgt bis heute ca. 700.000 Euro.
Die Projektgruppe
- unterstützte bis 2012 Kindererholungen im Taunus, die in eigener Regie von Kirchengemeinden durchgeführt wurden.
- Etwa 450 Kinder waren zur Erholung in unserer Region,
- führte von 1994 bis 2008 Workcamps und Austauschprogramme mit Jugendlichen durch,
- hat mit der Sicherstellung der Finanzierung den Aufbau der Tagesstätte "Funke der Hoffnung" für Kinder und Erwachsene mit eingeschränkten Möglichkeiten
und der Werkstatt (Druckerei) in Slavgorod ermöglicht, - organisierte bis 2012 Hilfstransporte nach Slavgorod,
- förderte bis 2012 den Austausch von Pädagogen, Therapeuten und Fachleuten der Kommunen,
- unterstützt seit 2013 finanziell Erholungsmaßnahmen für behinderte Personen und deren Eltern im Erholungszentrum "Nadeshda",
- ist Mitglied im Verein "Freunde von Nadeshda in Deutschland e.V." in Frankfurt am Main,
- leistet wertvolle Hilfe und Beiträge zur Völkerverständigung durch gegenseitige Besuche und Kontakte,
- organisierte Konzertreisen des Chores des orthodoxen Zentrums "Aller Betrübten Freude" in Minsk,
- Führt "Ausstellungen" zum Thema "Reaktorkatastrophe in Tschernnobyl" durch.
Der Verein wurde und wird bei seiner Arbeit unterstützt von:
- IBB (Internationales Bildungs- und Begegnungszentrum Dortmund/Minsk)
- "Aktion Mensch" bei der Errichtung der Tagesstätte
- GTZ (Bundesmittel aus dem Förderprogramm für Weißrussland) beim Aufbau der Druckerwerkstatt
- Evangelische Kirche in Hessen und Nassau/Kurhessen-Waldeck "Hoffnung für Osteuropa" bei vielen Kleinprojekten https://www.hoffnung-fuer-osteuropa.de
- Evangelische Kirche in Hessen und Nassau/Kurhessen-Waldeck "Zentrum Ökumene" bei Erholungsmaßnahmen weißrussischer behinderter Kinder https://www.zentrum-oekumene.de
- Robert Bosch Stiftung "Junge Wege in Europa" für Workcamps
- AeJ "Arbeitsgemeinschaft evangelische Jugend" für Workcamps
- durch vielfältige Spenden
Die Mittel zur Erfüllung seiner Aufgaben erhält der Verein durch regelmäßige Mitgliedsbeiträge (mindestens 20,00 €/Jahr), durch Förderbeiträge von Nichtmitgliedern (kein Festbetrag) sowie durch Geld- und Sachspenden bzw. sonstigen Zuwendungen. Über Förderbeiträge bzw. Geld- und Sachspenden kann eine Spendenbescheinigung erstellt werden.
Unser aktueller Flyer (2015)
Ausstellung "20 Jahre Partnerschaft"
Download der Informationsbroschüre
Film
Über die Projektarbeit in Slavgorod wurde ein Film produziert.
Kindererholung im Taunus
Von 1991 bis 2012 unterstützte die Projektgruppe "Kinder von Tschernobyl e.V." Bad Schwalbach die Erholung von Kindern aus der Stadt Slavgorod (Weißrussland) in Deutschland.
Im Rahmen einer Reise der Kreuzkirchengemeinde Wiesbaden und der Ev. Kirchengemeinde Bad Schwalbach nach Minsk im Jahr 1990 mit dem Anliegen „Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion nach den Gräueltaten des 2. Weltkriegs" wurden die Teilnehmer um Hilfe für die durch die Tschernobyl-Katastrophe in Not geratenen Menschen gebeten. Das Friedenskomitee Minsk vermittelte hierzu erste Ansprechpartner in der Stadt Slavgorod. Der Kreis Slavgorod im Gebiet Mogilov gehört zu den Gegenden, die unter der radioaktiven Verstrahlung bis heute besonders leiden.
Verstrahlung in Weißrussland. Slavgorod liegt südöstlich von "Mogilov"
Von den ursprünglich 22.000 Einwohnern des Kreises sind 7.000 Menschen nach 1986 umgesiedelt worden oder auf eigene Initiative weggezogen. 4 Kolchosen und 25 Dörfer sind hier für immer aufgegeben worden, wobei allein 16 der Dörfer wegen der hohen Strahlenbelastung ganz eingeebnet und vernichtet wurden. Bei den ersten Besuchen in Slawgorod baten die Einwohner um Aufnahme von Kindern zur Erholung in Deutschland. Daraufhin wurde die Projektgruppe "Kinder von Tschernobyl" in Bad Schwalbach gegründet. Seit 1991 waren über 450 Kinder in den Kirchengemeinden unserer Region, die bei unterschiedlichen Familien wohnten und dort sehr gastfreundlich aufgenommen wurden. Die Kinder konnten sich somit an Leib und Seele erholen. Aus diesen Projekten sind intensive Kontakte zu den Bewohnern in Slavgorod entstanden. Persönliche Bindungen und Freundschaften sind gewachsen.
Hier erfahren Sie mehr über unsere Partnerstadt > Partnerstadt Slavgorod
Die gastgebenden Kirchengemeinden waren:
1991 | Kreuzkirche Wiesbaden |
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1992 | Ev. Kirchengemeinde Bad Schwalbach | ||||||
1993 | Ev. Kirchengemeinde Taunusstein Hahn | ||||||
1994 | Friedenskirche Schwalbach am Taunus | ||||||
1995 | Ev. Kirchengemeinde Schlangenbad Bärstadt | ||||||
1996 | Ev. Kirchengemeinde Wiesbaden Kloppenheim | ||||||
1997 | Friedenskirche Schwalbach am Taunus | ||||||
1998 | Ev. Kirchengemeinde Hohenstein Strinz-Margarethä | ||||||
2000 | Ev. Kirchengemeinde Taunusstein Wehen | ||||||
2002 | Ev. Kirchengemeinde Heidenrod Laufenselden | ||||||
2004 | Ev. Kirchengemeinde Taunusstein Bleidenstadt | ||||||
2006 | Ev. Kirchengemeinde Taunusstein Neuhof | ||||||
2008 | Ev. Kirchengemeinde Bad Schwalbach | ||||||
2010 | Verein "Unser Dorf" Niederlibbach | ||||||
2012 | Ev. Friedenskirchengemeinde Schwalbach/Ts. |
Seit 1991 wurden die Kinder bei ihren Besuchen durch zwei erfahrene Betreuerinnen aus ihrer Heimatstadt Slavgorod begleitet. Mit viel Engagement und Liebe zu den Kindern haben die beiden einen wesentliche Anteil dazu beigetragen, dass die Erholungsmaßnahmen für die Kinder und für die Gastfamilien erfolgreich verlaufen sind.
Mit der letzten Erholungsmaßnahme im Jahr 2012 endete das Projekt. Weitere Erholungsmaßnahmen in unserer Region sind z. Zt. nicht geplant.
Workcamps und Austauschprogramme
Von 1994 bis 2008 führten Jugendliche aus Bad Schwalbach (Dekanatsjugend) pädagogische Projekte im Kindererholungsheim "Druschba" bei Minsk durch (Spielaktionen, Theater, Bumerangbau). Auch die Volkshochschule Rheingau-Taunus beteiligte sich an dem Projekt und entsandte Auszubildende der VHS-Werkstatt in Geisenheim/Rheingau nach "Druschba" und Slavgorod, um mit belarussischen Berufsschülern gemeinsame handwerkliche Projekte zugunsten der Kinder aus Tschernobylgebieten umzusetzen (Bau von Spielgeräten, Renovierungen). Leider musste das Projekt aufgrund von Kommunikationsproblemen mit der Leitung des Kindererholungsheimes in Druschba und dem zu hohen Verwaltungsaufwand eingestellt werden.
Humanitäre Hilfe
Die radioaktive Verseuchung der Gegend um die Stadt Slavgorod führte neben den gesundheitlichen Bedrohungen auch zu wesentlichen wirtschaftlichen Einbußen. Die landwirtschaftliche Erzeugung musste stark eingeschränkt werden, Menschen wurden umgesiedelt, Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht, viele Menschen verließen die Gegend und staatliche Investitionen in vorhandene Betriebe und Industrie blieben aus.
Der Verein organisierte und finanzierte deshalb von 1994 bis 2012 zahlreiche Transporte mit Hilfsgütern von Bad Schwalbach nach Slavgorod im Wert von ca. 250.000 Euro
- Hilfsgüter zur Ausstattung von Schulen, Kindergärten und des Zentrums für Personen mit eingeschränkten Möglichkeiten (Tagesstätte und Werkstatt).
- Eine komplette Zahnarztstation für das Kindererholungsheim Druschba.
- Eine komplette Zahnarztstation und Krankenhausbetten für das Krankenhaus in Slavgorod.
- Hilfspakete für bedürftige Familien, Rentnerinnen und Rentner.
- Geschenkpakete von Gastfamilien an Gastkinder und deren Familien.
- Geschenkaktionen der Wiebachschule Bad Schwalbach an die Schulen in Slavgorod.
Aktuell werden Hilfslieferungen aufgrund zu hoher Transportkosten nur noch in Bedarfsfällen organisiert.
Bau und Einrichtung eines Zentrums für Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten
Die regelmäßigen Besuche in unserer Partnerstadt Slavgorod führten zu der Erkenntnis, dass dort Eltern von Kindern mit eingeschränkten Möglichkeiten auf sich allein gestellt waren. Die Projektgruppe unterstützte die Eltern, in dem sie sich im Jahr 1998 beim Bau und der Einrichtung eines Zentrums für die Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsenen mit eingeschränkten Möglichkeiten beteiligte. Hierzu wurden nicht nur finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, sondern auch Ausbildungen für benötigtes Fachpersonal organisiert.
Heute ist das Zentrum "Funke der Hoffnung" ein Vorzeigeprojekt für viele weitere Behinderteneinrichtungen in Weißrussland.
Informationen zum Zentrum "Funke der Hoffnung" finden Sie hier > Zentrum Funke der Hoffnung
Die sichtbare Freude, die aufrichtige Dankbarkeit der Menschen bei jedem unserer Besuche in Slavgorod und die herzliche Aufnahme in den jeweiligen Gastfamilien sind Grund genug, die persönlichen Kontakte weiterhin zu pflegen und bestehende Freundschaften aufrecht zu erhalten.