Partnerstadt Slavgorod
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Zentrum Funke der Hoffnung
Bei den Besuchen in Slavgorod stellten wir fest, dass dort lebende Menschen mit Einschränkungen vor der Öffentlichkeit versteckt wurden. Die betreffenden Familien waren bei der Alltagsbewältigung a...
Erholungszentrum Nadeshda
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Werkstatt aktuell (rechter Gebäudeteil)

 

Nachdem die fachliche Betreuung von Kindern mit Behinderungen gewährleistet war stellte sich die Frage, wie die Betreuung der Kinder nach deren Erwachsenwerden gestaltet werden kann. Auch hier erfolgten zahlreiche Gespräche mit politisch Verantwortlichen in Slavgorod, so dass einem Anbau an das bestehende Zentrum zur Betreuung des betreffenden Personenkreises zugestimmt wurde. Im Jahr 2004 erfolgte der Anbau an dem bestehenden Gebäude des Zentrums "Funke der Hoffnung", so dass im Jahr 2005 die sogenannte "Werkstatt" eröffnet werden konnte. Hier können sich nun auch Erwachsene mit eingeschränkten Möglichkeiten tagsüber treffen, um unter fachlicher Betreuung den Tag miteinander zu verbringen.

 

Die "Werkstatt" verfügt über vier Mitarbeiterinnen. Insgesamt werden von den Mitarbeiterinnen 33 Personen betreut, die bereits im Erwachsenenalter sind.

Shanna Panasenko Leiterin "Werkstatt"
 
Anja Shedova Sozialarbeiterin
 
Svetlana Washetchkina Kunst u. Handwerk
 
Ljubov Manshurova Handarbeitslehrerin

 

Gesellschaftsspiele, Gespräche miteinander und praktische Arbeiten ergeben einen sinnvollen Tagesablauf und tragen erheblich dazu bei, den betroffenen Menschen ein Selbstwertgefühl zu vermitteln. Die bei den praktischen Arbeiten erlernten Handgriffe zur Erstellung von Druckerzeugnissen lassen die Produktion von Formularen, Flyer u. ä. zu.

Beschäftigungstherapie
 
Gemeinsam wird gespielt
 
Bewegungstherapie im Gymnastikraum

 

Erweiterung der Werkstatt

Die Leiterin der "Werkstatt", Shanna Panasenko, teilte den Mitgliedern der Projektgruppe während eines Besuches in Slavgorod im Dezember 2015 mit, dass es in der Umgebung von Slawgorod ca. 230 erwachsene Menschen mit Einschränkungen gibt. Die meisten Menschen würden den Alltag "nutzlos" zuhause in den Familien verbringen.

Im Hinblick auf den zu erwartenden Auszug des Zentrums "Funke der Hoffnung" im Juni 2016 (siehe Bericht "Erweiterung des Zentrums in Slawgorod") und den damit frei werdenden Räumlichkeiten wurde von den Mitgliedern der Projektgruppe empfohlen, die Kontakte zu den 230 erwachsenen Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen zu verstärken und das Angebot der "Werkstatt" zu erweitern. Shanna Panasenko nahm den Vorschlag auf und setzte sich zur Übernahme der frei werdenden Räume mit den zuständigen öffentlichen Stellen in Verbindung. Von dort erhielt sie die Zusage zur künftigen Nutzung der Räume, so dass sie diese zur Einrichtung einer Nähwerkstatt, eines Computerraumes, eines Entspannungsraumes, eines Fitnessraumes und eines Friseursalons nutzen wird.

Die Umsetzung dieses Projektes ist ein wesentlicher Bestandteil zur Förderung des Selbstbewusstseins bei erwachsenen Menschen mit Einschränkungen. Das Gefühl der "Nutzlosigkeit" wird abgebaut und durch die Erkenntnis ersetzt, dass auch sie der Gesellschaft von Nutzen sind.

Während eines Besuches in Slawgorod vom 27. März bis 01. April 2016 wurde den Partnern mitgeteilt, dass sich die Projektgruppe an der Einrichtung der zusätzlichen Räumlichkeiten finanziell beteiligen wird, wenn seitens der dortigen Behörden die Umbau-, Sanierungs-, Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Werkstatt nach Erweiterung

 

Förderverein

Für die Besucher der "Werkstatt" und deren Angehörige wurde im April 2016 in Slavgorod ein Förderverein gegründet. Dem Verein kann jede zivile und juristische Person beitreten. Der Verein soll die Integrierung des betroffenen Personenkreises in die Gesellschaft begleiten, deren Interessen unterstützen und den Angehörigen beratend zur Seite stehen. Vorsitzende des Fördervereins ist Anja Shedowa, die bereits seit mehreren Jahren als Sozialarbeiterin in der "Werkstatt" tätig ist.

Anja Shedowa