Zentrum Funke der Hoffnung
Bei den Besuchen in Slavgorod stellten wir fest, dass dort lebende Menschen mit Einschränkungen vor der Öffentlichkeit versteckt wurden. Die betreffenden Familien waren bei der Alltagsbewältigung a...
Werkstatt für behinderte Erwachsene
Werkstatt aktuell (rechter Gebäudeteil) Nachdem die fachliche Betreuung von Kindern mit Behinderungen gewährleistet war stellte sich die Frage, wie die Betreuung der Kinder nach deren Erwachsenwerde...
Erholungszentrum Nadeshda
Im Jahr 1992 begannen verschiedene internationale Einrichtungen in Zusammenarbeit mit dem belarussischen Tschernobyl-Komitee und dem Verein "Leben nach Tschernobyl" in Minsk mit dem Aufbau des "Erholu...

Unsere Partnerstadt Slavgorod liegt ca. 320 Kilometer südöstlich von Minsk. Sie liegt im Gebiet Mogilov, in der auch die Gebietsverwaltung ansässig ist. In Slavgorod leben ca. 7.600 Menschen. Insgesamt haben die Stadt und die dazugehörenden Außenbezirke ca. 17.800 Einwohner.

Nach der Atomkatastrophe im 260 Kilometer (Luftlinie) entfernten Tschernobyl am 28. April 1986 verseuchten radioaktive Niederschläge die Stadt und das Umland. Es kam zu Massenumsiedlungen und sechzehn Dörfer wurden völlig eingeebnet.

Grabsteine in Slavgorod für jedes eingeebnete Dorf

Auch mehr als 25 Jahre nach der Atomkatastrophe haben die Bewohner der Umgebung von Slavgorod mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen. Noch immer sind landwirtschaftliche Flächen kontaminiert und können nicht bearbeitet werden. Das Angebot von Arbeitsplätzen ist aufgrund geringer Ansiedlung von Industrie und anderer Unternehmen sehr dürftig. Die Beseitigung der Schäden aus der Katastrophe, der Wiederaufbau landwirtschaftlicher Flächen und viele andere Anforderungen führen dazu, dass die Einwohner von Slavgorod für jede Hilfe von außen dankbar sind.

Slavgorod ist eine lebendige Kleinstadt am Fluss "Sosch" mit traditionellen Holzhäusern, neuen Einfamilienhäusern und modernen Wohnungen. Die neuen Einfamilienhäuser und die modernen Wohnungen sind mit fließendem Wasser und Fernheizung ausgestattet.

Traditionelles Holzhaus und moderne
Wohneinrichtungen (im Hintergrund)
 
Rohbau neuer Ein- bzw. Zweifamilienhäuser

 
Neubausiedlung

 

Der 648 km lange Fluss "Sosch" ist ein idyllisches Naturparadies mit großem Fischbestand und einer vielfältigen Vogelwelt. Er entspringt in den Smolensker Höhen in Russland, schlängelt sich über Weissrussland in die Ukraine, um letztendlich 60 km südlich der zweitgrößten weißrussischen Stadt Gomel in den Fluss "Dnjeper" zu münden. Manchmal tritt er bei Slavgorod über seine Ufer und zeigt sein bizarres Landschaftsbild.

Überfluteter Sosch

 

Viele Familien versorgen sich selbst mit Naturprodukten, in dem sie Kartoffeln, Gemüse, Salat und Kräuter selbst anbauen. Oftmals werden auch Haustiere (Hühner, Schweine) gehalten, um den eigenen Fleischbedarf abzudecken. Private Kleinunternehmen und die Ansiedlung mittelständischer Betriebe sichern Arbeitsplätze.

Haus mit Kartoffel- und Gemüsegarten

 
Manche verkaufen ihre Erzeugnisse auf
dem Markt
 
Kleinunternehmer auf dem Markt

 
Neue Konservenfabrik

 

Die Pflege alter Tranditionen hat auch in Slawgorod einen hohen Stellenwert.

   

 

Die Bürger in Slavgorod sind sehr aufgeschlossen, freundlich und hilfsbereit. Obwohl sie auch heute noch mit den Auswirkungen der Atomkatastrophe zu kämpfen haben, meistern sie ihren Alltag mit Optimismus und Lebensfreude. Geselliges Beisammensein ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Freizeit.

Die Männer bereiten den Grill....

 
....die Frauen haben den Tisch reichlich gedeckt....

 
....und alle freuen sich auf ein schönes Picknick im
Freien.

 

Die Bevölkerung in Slavgorod hatte während des zweiten Weltkrieges unter deutscher Besatzung stark zu leiden. Erhebliche Zerstörungen der Infrastruktur, die Vernichtung von 50 Dörfern und die Tötung von 10.000 sowjetischen Soldaten und Partisanen wirkten sich in der Bevölkerung nachhaltig aus.

Denkmal für die gefallenen Soldaten in Slavgorod

 

Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Rahmen der Völkerverständigung die zwischenmenschlichen Beziehungen nach Osteuropa zu verbessern. Mit Hilfe der weißrussischen Bevölkerung haben sich daraus freundschaftliche Beziehungen - insbesondere zu den Bürgern in Slavgorod - ergeben, die bis heute anhalten.

Orthodoxe Kirche in Slawgorod
 
Die "Blaue Quelle"